artEDUtalk 5: Gaming

Hit: Kultur(ge)spielt

Was ist mit Gaming gemeint? Schon mal vorweg Gaming meint mehr als das Spielen von Computergames. Gaming impliziert auch die „Gaming-Kultur“, die Aktivitäten der Spieler außerhalb des eigentlichen Games und die daraus resultierenden neuen Denk- und Arbeitsweisen und Themen wie Informations- und Wissensmanagement, oder Arbeitsorganisation. Beschäftigt man sich mit der digitalen Erscheinung „gaming“, schließt das Lese- und Schreibmechanismen sowie die Ästhetik und die daraus entstandenen neue Kultur- und Lernorte mit ein.

Ähnlich wie das Feld der Kulturvermittlung, welches auch mehrere und vor allem vielschichtige Ebenen beinhaltet und weit mehr beinhaltet als „ein wenig über Kunst und Kultur sprechen oder mit Schulklassen in Kulturinstitutionen spielen“, ist auch der Bereich des „Gamings“ eine komplexe Angelegenheit.

Wieso soll uns KulturvermittlerInnen der Bereich des „Gamings“ interessieren? An welche Bedeutungen, Nutzungs- und Wirkungsfelder sollten wir denken? Wie können wir das digitale Spiel mit unserem vermittlerischen Alltag verbinden? Welche Bereiche können durch digitales Spiel geöffnet werden? Mit welchen Dialoggruppen haben wir es zu tun? Woran gilt es zu denken? Ist das digitale Spiel mehr als eine Form der Freizeitgestaltung? Welche Kriterien der Spielwissenschaft lassen sich über das „digitale Spiel“ legen?

Wir wollen den ArtEDUtalk dafür nützen um uns gemeinsam mit diesem Thema vertraut zu machen oder eure Erfahrungsberichte zu sammeln und ExpertInnen zu Text kommen lassen.

Wir haben die österreichische KünstlerInnengruppe gold extra eingeladen den Diskurs mit 3 kuratierten Fragen zu bereichern. Goldextra produziert, kuratiert und initiiert Projekte in den Zwischenräumen von Bildender Kunst, Performance, Musik und Hybrid Media. Sie sind ein Netzwerk von KünstlerInnen, darunter Bildende KünstlerInnen, RegisseurInnen, ProgrammiererInnen und PerformerInnen.

Die 70-iger Jahre Kinder haben in ihren späten Teenager Jahren erste Berührungen mit Computerspielen wie Nintendo gemacht, die Kinder der 60-iger und früher sind noch völlig ohne digitales Spiel aufgewachsen und erst im Erwachsenenalter mit Computerspiel in Berührung gekommen. Jene KollegInnen, die in den 80-iger und 90-iger Jahren Kinder waren, sind bereits mit dem digitalen Spiel aufgewachsen.

In der Rezeption und der nun folgenden Auseinandersetzung hier im ArtEDUtalk sind diese Überlegungen wichtig. Denn wir werden aus verschiedenen Perspektiven heraus diskutieren.

Der Begriff „gaming“ resultiert aus dem Synonym für „gambling“. Traditionelles „gambling“ bedeutet spielen um Geld. Es gibt nachwievor eine Menge an kostenlosen online Spielen aber natürlich auch eine Menge an Spielen, die Geld kosten, aber auch Spiele, die den Spielenden, viel Geld bringen. Gleich wie im analogen Leben, kann das Spiel zur Sucht werden und ebenso ist es ein nicht wegzudenkender Baustein in der Lernevolution des Menschens. Spielen kann man alleine indem das eigene Selbst als Partner eingesetzt wird, mit einem Gegenüber oder mit vielen.

„Spiel leitet sich ab vom althochdeutschen Wort „spil“, was soviel wie „Tanzbewegung“ bedeutete. Es ist eine Tätigkeitsform, eine Tätigkeit, die zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung, aber auch als Beruf ausgeführt werden kann. Elektronische Spiele und digital animierte Spiele mit Strategie-, Geschicklichkeits- oder Kreativaufgaben rückten an die Stelle ihrer Vorgänger. Durch die Vernetzung von Spielerterminals zu einer Plattform erhöht sich die Anzahl der an einem Spiel Beteiligten, um den Reiz der Teilnahme am Spiel zu erhöhen. Durch die heutigen technologischen Möglichkeiten hinsichtlich der kommunikativen Datenübertragung und im Rahmen interaktiver Inhalte der spielspezifischen Software, spielen bis zu mehrere Tausend Spieler auf weltweit für jedermann zugänglichen Servern im Internet.

Wir erhoffen uns ein anregendes Gespräch und freuen uns natürlich, wenn möglichst viele Gamer mit von der Partie wären.

Also: wir sind gespannt und laden hier noch einmal herzlich alle ein, mit uns auf Twitter zu diskutieren.

ArtEduTalk am 16.5.2018, 20.00 -21.00 #artEDUtalk

 

Das Beitragsbild stammt von der Künstlergruppe Goldextra aus der Arbeit „Frankenstein“ 2015

 

Quellen:

https://whatis.techtarget.com/definition/gaming

https://www.degruyter.com/downloadpdf/books/9783110312836/9783110312836.6/9783110312836.6.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Spiel

 

 

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