2. Artedutalk: “Kunstvermittlung denken”

Wir wollten wissen wieviel Denken die Kunstvermittlung braucht? Welche Diskurse und Haltungen die Kunstvermittlung derzeit beschäftigt? Wie Theorien & Praxis verknüpft werden und was dazu in der täglichen Arbeit auffällt.

„Ganz viel Denken, aber mindestens auch genauso viel Bauchgefühl. Kopf für die Theorie und Bauch für die Umsetzung in Praxis” (Roxanne @arabat)

Über dieses Nachdenken des “Denkens” lassen sich Definition und Grundsätze der Vermittlungsarbeit ableiten: “Wir denken daran, wie und wodurch wir kleine und große Menschen für Kunst begeistern können und das nachhaltig(@durchblickkunst).

Wir denken darüber nach wie wir das, was wir erzählen wollen, transparent machen und für den Austausch öffnen können” (@heikeroegler).

“Neue Perspektiven mit einbeziehen, mit historisch, wissenschaftlich basiertem, aber auch fantasievollem Storytelling vermitteln”  (@kultourfreude)

Aus diesem Denken heraus entwickeln wir also unterschiedliche Konzepte und Formate. Da ist das Denken sehr eng mit der Praxis verbunden.

Es ist  aber auch eine Ansammlung von Denkperspektiven: “Nachdenken, mitdenken, an die Besucher/Rezipienten denken 😉” (@cgabbART)

Es können sich daraus Aufforderungen an uns selbst richten: “Denke spontan: Der Besucher soll das Museum anders verlassen, als er es betreten hat. Die Erfahrung soll etwas in ihm bewirken.” (@kulturtussi)

Und manchmal kommt man deshalb auf Wege, die man nicht beschreiten möchte: “Wir möchten nicht erklären oder bekehren sondern Raum für Fragen und Diskurs öffnen” (@durchblickkunst)

Für die Metabene bezüglich Theorien entwickeln und Haltungen definieren, bleibt wenig Zeit.  Es wurde klar, dass die Anforderungen sich nicht immer mit der Arbeitsrealität decken:

In der täglichen Arbeit bleibt zum Denken leider meist nicht viel Zeit wegen Tagesgeschäft…zu viel zu tun, zu wenig Leute” (Roxanne @arabat)

Haltungen, die unsere Arbeit wesentlich beeinflussen und gestalten, sind die der Interaktion, Partizipation, Teilhabe. Die Erfahrungen, die die KollegInnen in diesem Bereich gemacht haben, sind vielfältig und die Herausforderungen ebenfalls,

Denn das Kunstpublikum befindet sich häufig noch in der passiven “zurücklehn” und “erzählmirwas” Haltung und geht mit Teihabe und Interaktion zurückhaltend um.

Interaktion braucht auch den Willen der Besucher mitzumachen. Kann manchmal zäh sein, wenn niemand will 😉” ( (Roxanne @arabat)

Für VemittlerInnen, die den Weg der Partizipation gehen, setzt das eine intensive Konzeptionsarbeit voraus und impliziert jede Menge “Denkleistung” und dennoch:

Man muss aufpassen, keine Ergebnisse vorzugeben” (@heikeroegler)

Es ist wichtig genug Raum für die gemeinsame Entwicklung zu geben und zu lassen. Dabei sind Ergebnisse und Resultate nicht immer sofort abzuleiten.

Ein partizipatives Vermittlungskonzept  “erfordert hohes methodisches Können, um das anzuleiten. Notwendigkeit von neuen Formaten und „Umgebungen“ (@kulturtussi)

Interaktive Formate und Programme lassen aber auch Museumsregeln kontraproduktiv werden, wenn es zum Beispiel heisst Exponate nicht berühren zu dürfen.  Und da ist dann wieder die Denkleistung der Kunstvermittlung gefragt:

#kunstanfassen wenn Verbote bestehen, sind Methoden gefragt. Um die Ecke denken” (@katja_marek)

Partizipative Programme erfordern auf jeden Fall mehr personelle und auch finanzielle Ressourcen. Diese Herausforderungen werden nicht von allen Museen oder Kulturorganisationen angenommen. Lassen uns aber wieder ins kreative Denken wechseln:

Den Museumsbesuch komplett neu denken. Wie wärs mit essen, liegen, tanzen im Museum? Das Museum mit nachhause nehmen?” (@29durchblickkunst)

Mit der Denkhüte-Methode von De Bono experimentieren” (@kulturtussi)

Sie lassen auch Raum für schwierige Themen und bieten Optionen diese zu begleiten: “Museumsbesuche dürfen auch mal wehtun…ruhig auch mal schwierige Themen wagen und anfassen. Tod und Sterben bei uns ein Thema” (@arabat)

Und da man meist nicht der einzige ist, der über etwas nachdenkt, kann man auch vom Denken der anderen profitieren indem man sich andere Projekte genauer ansieht, z.B.:

Ägyptisches Museum, München: http://www.smaek.de

Städelmuseum Frankfurt: https://www.staedelmuseum.de/de

Liebighaus Frankfurt: http://www.liebieghaus.de/de

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: http://www.mkg-hamburg.de/de/

Kunsthalle Emden:  http://kunsthalle-emden.de/laborimmuseum/

Koldinghus: http://www.visitkolding.de/de/schloss-koldinghus-gdk608454

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