3. Artedutalk: Neue Formate für die Kulturvermittlung

Der dritte artedutalk widmete sich der Frage: Braucht die Kulturvermittlung neue Formate“ und wurde sogleich mit einem “neuen” Vorstellungstweet eingeleitet.

Vorstellungsrunde heute mal anders. Bitte drei Hashtags, die eure Arbeit umschreiben!” (@artedutalk)

 

#Kreativität #Augenhöhe #Experiment#Kommunikation #Bildung #Museum #Theorie #Initiativ #Transdisziplinär #digital #produkt #multichannel #lokalpr #fotogarafie #socialmedia #leidenschaft #dialog #zielgruppenorientiert #Authentizität #Dünkelfreiheit #Freundlichkeit #Dialog #interdisziplinär #hinterfragen  #offen #prosumer #sharing

Bevor man über neue Formate oder Programme diskutiert, wollten wir eine “Standortanalyse” durchführen und da Kulturvermittlung häufig in Museen stattfindet eröffnete der dritte artedutalk mit der Frage:

“Das Museum nicht nur als Gebäude denken. Was bedeutet das für die Kulturvermittlung?”

Museum als Denkraum, also Anlass zum Nachdenken.” (@heikeroegler),  „#museumasaservice, bedeutet neue Ansprachen für „Kunden“ finden.

„Eigene Rolle im Kontext neu definieren.” (@ape_astronaut),

„Möglichkeit Vermittlung anders, „erweitert“, neu zu denken. BesucherInnen in den Vordergrund stellen, Perspektivenwechsel” (@durchblickkunst),

„Das Museumsgebäude sollte möglichst Räume für Kommunikation, Austauschen haben, und Räume zum Staunen, als Schatzkiste.” (@plawekultur)

„Museum als Escaperoom – raus aus dem Alltag!” (@KulturWelt)

„Museum ist für Besucher da, nicht für die Kuratoren und Direktoren. Museum für alle, Ort der Begegnung mit Kunst, mit Menschen” (@kunstundreisen)

„Der Raum als dritter Erzieher und Unterstützung. Mit dem Körper und den Sinnen Raumerfahrungen sammeln” (@martagibbon)

„#mitdenaugenderkünstlersehen und dabei die Möglichkeit haben über den Alltag zu reflektieren und ihn eventuell neu einzuordnen” (@durchblickkunst),

„Gespräche auch einmal vor der Tür anzetteln. Angebote machen, die nicht zwingend in den realen Museumsbesuch münden müssen.“ (@kulturtussi)

Dabei definiert sich der Raum, der Ausstellungsort nicht nur als ein wesentlicher Partner der Vermittlung heraus sondern auch als wichtiger Impulsgeber für BesucherInnen. Genauso wie in einem Buch zwischen den Zeilen gelesen werden kann um Atmosphären aufzufangen, übernimmt im Ausstellungskontext der Raum zusätzliche Rollen und Aufgaben abseits vom bereitstellen seiner Wände.  Um sich neue Formate auszudenken, macht es Sinn sich mit anderen “neuen” Formaten zu beschäftigen.

Das haben wir getan und sogleich in die Runde gefragt, wer, welche Erfahrung mit “neuen” Formaten hat.

  • Altonaer Museum: “Geschichtomat”: “Wir haben in einem Projekt Vergangenheit und Gegenwart in einer App aufeinander treffen lassen und damit Geschichten erzählt” (@heikeroegler)
  • “Fondation Bayeler: “Artshaker”: Gerne probiere ich neue Methoden aus, analog und digital (ich spiele gerne) Chinesischer Korb, Snapchat, ArtShaker” (@kunstundreisen)

Es handelt sich dabei um eine App, mit der “man durch schütteln und touch-Gesten berühmte Kunstwerke oder selbst aufgenommene Fotos manipulieren kann. Circa 30 Filter verändern die Bilder stilistisch – so kann man aus Monets impressionistischen Seerosen ein kubistisches Bild machen oder Urlaubsfotos in „zeitgenössische Kunst“ verwandeln.” Auf dem Blog  wird das Projekt beschrieben.

  • digitalartwalk: “erst kürzlich mit einen digitalartwalk in einem online meeting room, Smartphone als Bildrecherchetool oder Kamera, Video” (@durchblickkunst)
  • Historisches Museum Frankfurt: “Architektur mit allen Sinnen erfahren” und “Whatsapp-Stadttour, Brainstorming Bar, Stadtlabor Digital” (@FranziskaMucha)
  • Herbergsmütter: “Tweetups”: “Mit den @herbergsmuetter n arbeite ich immer wieder an Ideen für neue Formate” (@kulturtussi)

Bereits bei diesem Diskurs ist festzumachen, dass das “Neue” mit den digitalen Möglichkeiten in Verbindung gebracht wird. Dementsprechend wurde die darauffolgende Frage positiv diskutiert:

“Bietet der digitale Raum Chancen für die Kulturvermittlung? Wo seht ihr Potenzial in den sozialen Netzwerken?” (@artedutalk)

„Auf jeden Fall! Soziale Netzwerke ermöglichen Partizipation, Vernetzung und neue und schnellere Kommunikationsmöglichkeiten.” (@martagibbon) 

„Der digitale Raum ist eine grüne Wiese für neue Formen IMHO. Social ist Standard, da mit kann man das Museum als ‚Freund” (@ape_astronaut)

„Für mich ist hier „Community Building“ das Stichwort. Unabhängig von Zeit und Raum kann man Themen miteinander verhandeln! „Ich meine, dass Bereitschaft zur Interaktion in den sozialen Netzwerken groß ist. Der Einstieg ist hier evtl. leichter.“ (@kulturtussi)

Neugierde wecken mit eher fachuntypischen Dingen, die dennoch zum Thema führen schafft neue Netzwerke” (@sufloese)“ 

„Snapchat z.B. motiviert durch leichte Handhabung neue kreative Möglichkeiten auszuprobieren. Storytelling und Inszenierung” (@durchblickkunst) “ 

„Unbedingt! Super wie z.B. @ineshaeufler mich in Wien digital mit ins Museum nimmt!” (@kunstundreisen)

Und schon sind wir mitten im digitalen Thema und können uns mit Details beschäftigen. Alle, die sich schon in die Zusammenarbeit mit dem “Digitalen” gewagt hatten, haben natürlich auch schon Erfahrungen mit Dingen gemacht, die eventuell eine Herausforderung darstellen. Dazu ist Austausch gewinnbringend um Fehler zu vermeiden.

Deshalb stellte artedutalk die Frage:

Digitale Kulturvermittlung: An welchen Schnittstellen gilt es für die Balance zwischen Technik und Didaktik zu schrauben?

„Vielleicht sollte man erst einmal die Didaktik gleich gewichten. Meist fällt die zugunsten der Technik etwas hinten runter.” (@kulturtussi)

„Kommunikation im digitalen Raum ist anders. Analoge Kommunikation, Vermittlungsgespräche nicht unbedingt übersetzbar” (@durchblickkunst) 

„Tatsächlich ging bei meinem Snapchat-Angebot im Museum viel Zeit drauf, erstmal die Anwendung” (@kunstundreisen) 

„Live-Streams von Eröffnungen und Kurzclips zu ganz eng gefassten Themen” (@museumscast)

Vermittlung im digitalen Raum ist als Resultat sicherlich schnelllebig und die Zeitdauer ist auch bei manchen Kanälen ohnehin nur auf 24 Stunden beschränkt. Dennoch bedarf jede Vermittlungsaktion eine strategische Planung und manchmal auch eine zeitintensive Umsetzungsphase.

Nun provokant gefragt, lohnt sich dann der ganze Aufwand? Welche Art von Lohn erhält die Institution? Welchen Benefit können BesucherInnen aus dem digitalen Weg für sich ziehen?

Hier einige Rückmeldungen zum Thema Erwartungshaltungen und wie man den neuen Weg begleiten kann:

„Innovation bedeutet Veränderung. Wollen die Besucher das? Welche Erwartungshaltungen gibt es da?” (@artedutalk)

“ Ich denke schon. Überraschen regt zum Denken an. Ausprobieren und entdecken macht Spaß.Natürlich gibt es auch immer Skeptiker” (@heikeroegler)

Tja es kommt drauf an! Neue Methoden sollten angekündigt werden. Ungünstig wenn Besucher damit überfallen werden!” (@kunstundreisen)“ 

Parallel die Veränderung anbieten und sich trauen konkret nach Feedback zu fragen” (museumscast)“

Veränderungen langsam und einbindend einweben. Nicht immer ein entweder/oder sondern ein zusätzlich? Danach fragen warum?” (@durchblickkunst)  

Analog & digital „erzählen“, hier wie da Neugier wecken & es kommen wunderbare Begegnungen zustande (@sufloese)

Der digitale Weg benötigt auch einige grundsätzliche Ressourcen, die es zu bedenken gilt: “freies WLAN, Ansprechpartner und Willkommensfeeling – grade für digitale Innovationen wichtig!” (@FranziskaMucha)

Auf eine Phase des Ausprobierens und Experimentierens folgt eine Phase des Implementierens, deshalb ist es von Vorteil die Visionen und Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und von Beginn an an einer Nachhaltigkeit zu arbeiten.

Wie kann man den Spagat zwischen Experiment und Nachhaltigkeit meistern?

„Dokumentation von Beginn an mitlaufen lassen, permanente Reflexion mit AkteurInnen und BesucherInnen, oftmalige Wiederholung” (@durchblickkunst)

Durch Interaktion, Austausch, Feedback, wiederholen – kein einmaliges Event. Im besten Sinne gemeinsames Ausprobieren.” (@heikeroegler)

Evaluieren und dokumentieren. Dafür nutze ich supergerne mein Blog!” (@kulturtussi)

Reflexion, Auswertung, Evaluierung, Usertests, agile Prozesse, Partizipation” (@FranziskaMucha)

Wenn die Institution sich schon mal bereit erklärt hat, den intensiven Prozess der digitalen Kulturvermittlung gehen zu wollen, sollen auch Erfolge verbucht werden.

Wie misst man eigentlich den Erfolg von digitaler Kulturvermittlung?Welche Kriterien sollte man für den Erfolg von neuen Vermittlungsformaten ansetzen?

„Ist ein Dialog zustande gekommen? Zw. Kunst und Betrachter, zw. Betrachtern untereinander, zw. Betrachter und Kunstvermittler und Kunst?” (@kunstundreisen)

„Innovation, Mut, Langfristigkeit, Interesse, Vernetzung, Qualität, Sichtbarkeit mehr im Vordergrund als Quantität und Zahlen (@durchblickkunst)

„Wirken sie auch nach innen?Stimulierten sie Dialog?Lassen sie sich fortsetzen? Anfang von etwas? Teilbar im Sinne von Remix?” (@heikeroegler)

„Jedenfalls nicht die statistische Followerzahl sondern das Interesse, Vernetzungen und Feedback. Ausdauer ist notwendig.” (@museumscast)

„Strategie des Formats definieren, Feedback am Markt einholen, wenn gut, dann Machen und immer an Stellschrauben drehen” (@ape_astronaut)

„User First, sie entscheiden über den Erfolg. Aber nicht per Masse, sondern durch qualitative neue Beziehungen!” (@FranziskaMucha)

 

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